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Informationen |
Die Ägyptologie erforscht als sogenanntes Kulturkreisfach alle Bereiche der
altägyptischen Hochkultur (Sprache, Literatur, Geschichte, Religion, Kunst,
Wirtschaft, Recht, Ethik) von der Vorgeschichte des 5. Jahrtausends v. Chr. bis zum
Ende der Römerherrschaft im 4. Jahrhundert n. Chr. Die untrennbare Verbindung
des archäologischen Denkmals mit seiner Beschriftung
erfordert zuerst eine umfangreiche Kenntnis der altägyptischen
Hieroglyphenschrift und Sprache, die an der Philipps-Universität
Marburg auch die selten gelehrten Sprachstufen des Demotischen und Koptischen
einschließt. Darauf aufbauend werden die weiteren Aspekte dieser Kultur in
Seminaren zur altägyptischen Religion, Literatur, Geschichte, Kunst und
Wirtschaft vertieft.
Zum Einflußbereich der ägyptischen Hochkultur zählten über
die heutigen Grenzen des arabischen ägyptischen Staates hinaus
zum einen die sich südlich anschließenden Gebiete bis ins heutige
Äthiopien, zum anderen der vorderasiatische bzw. der
gesamte Mittelmeerraum. Altägyptische Traditionen übten seit
frühester Zeit eine starke Wirkung auf die direkten und entfernteren
Nachbarn aus und haben durch die Adaption seitens der klassischen Antike und der
christlichen Religion Eingang in unsere abendländische Kultur gefunden.
Die Ägyptologie ist - abgesehen von den engen Beziehungen zur Altorientalistik
und Semitistik - auch mit anderen Fachgebieten der Universität Marburg stark
verbunden. Im Zuge dieser Verknüpfungen spielen interdisziplinäre
Veranstaltungen, etwa mit Fächern wie Religionswissenschaft, Altes Testament,
Ostkirchengeschichte, Papyrologie oder Klassische Archäologie
seit jeher eine entscheidende Rolle im Studienangebot des Fachgebietes
Ägyptologie. Darüber hinaus ist sie eine der wichtigsten großen
Quellenlieferanten für alle historischen Studien, die den Nahen Osten und den
östlichen Mittelmeerraum betreffen.
© 1998