| Plutonium und andere Transuranelemente in der Natur |

Ein alpha-Meßplatz.

Sperrschichtzähler
Einen der Forschungsschwerpunkte in der Marburger Kernchemie bildet die Transuran-Analytik. Unter Transuranen versteht man diejenigen Elemente, welche eine höhere Kernladungszahl als Uran haben. Von analytischem Interesse sind hierbei Plutonium (Pu), Americium (Am) und Curium (Cm). Plutonium ist das 94. Element des Periodensystems und zugleich das schwerste natürlich vorkommende Element überhaupt. In der Natur entsteht Plutonium durch Kernreaktionen, wie sie auch in Kernreaktoren ablaufen. Der größte Teil des in der Umwelt nachzuweisenden Plutoniums stammt aber aus den Kernwaffenversuchen Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre. Bei über 400 oberirdischen Kernwaffenversuchen wurde eine Masse von ca. 5 Tonnen Pu-239 vor allem über den mittleren Breiten der Nordhalbkugel verteilt.
In der Marburger Kernchemie wird der Plutoniumgehalt, gegebenenfalls auch der Americium- und Curiumgehalt von sehr unterschiedlichen Proben ermittelt, wie z. B. Sedimentproben aus Nord- und Ostsee sowie Flüssen, Umweltproben aus Hessen, Proben menschlichen Gewebes aus Kasachstan und wäßrigen Proben aus dem Primärkreislauf von Kernkraftwerken (in diesem Fall kamen von uns entwickelte Kernspurmikrofilter zum Einsatz).
Außerdem wird zur Qualitätskontrolle ständig an Ringversuchen des Bundesgesundheitsamtes in Berlin und der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien teilgenommen. Bei diesen Untersuchungen werden von den entsprechenden Behörden Proben bekannten Gehalts an Transuranelementen an die Versuchsteilnehmer verschickt. Diese analysieren die Proben und teilen ihre Ergebnisse den Behörden mit, die dann durch Vergleich der angegebenen Werte die Leistungsfähigkeit der Analyseninstitute überprüfen können. Bei diesen Vergleichen schnitt die Marburger Kernchemie immer sehr gut ab.

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