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Plasmadesorptions-Massenspektrometrie (PDMS)

PDMS Schema

Die Plasmadesorptions-Massenspektrometrie (PDMS) ermöglicht es im Gegensatz zu konventionellen massenspektrometrischen Methoden, sogar große, fragile organische Moleküle mit Molekülmassen bis ca. 35000 Dalton (z. B. Proteine) unzerstört als Ionen in die Gasphase zu bringen und massenspektrometrisch zu bestimmen.

Hierbei wird die Eigenschaft des Transuranelements Californium-252 ausgenutzt, durch spontane Kernspaltung zu zerfallen. Mit den hierbei entstehenden Spaltfragmenten wird im Hochvakuum (ca. 10-6 - 10-5 mbar) die Probe ´bombardiert´, wodurch aus dieser einzelne Moleküle herausgelöst werden (Plasma-Desorption). Die desorbierten und ionisierten Moleküle werden in einem Hochspannungsfeld (ca. 10 kV) in Richtung eines geerdeten Gitters beschleunigt und durchlaufen anschließend eine ca. 50 cm lange feldfreie Strecke, an deren Ende sie auf einen Detektor treffen. Die Fluggeschwindigkeit der Moleküle ist hierbei umso niedriger, je schwerer die Molekülionen sind, d. h. die leichtesten Ionen (Wasserstoffion = Proton) treffen zuerst auf den Detektor. Aus der Flugzeit des jeweiligen Molekülions resultiert also unmittelbar dessen Masse.

Die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der PDMS haben zu einer Reihe von Anwendungen, insbesondere im Bereich der Bioanalytik, geführt. In unserem Institut wurden in Zusammenarbeit mit dem Marburger Universitätsklinikum Strukturaufklärungen an Proteinen und Serumspiegel-Bestimmungen verschiedener Zytostatika bei Tumorpatienten durchgeführt. Auch zur Untersuchung von Photosynthese-Chromophoren und Zahnoberflächen konnte die PDMS erfolgreich eingesetzt werden. Für die Radioanalytik ist die PDMS als isotopenselektive Methode von Bedeutung - mit ihrer Hilfe wurden in der Marburger Kernchemie langlebige Transuranelemente in wiederaufbereitetem Uran bestimmt.

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