100 Jahre Marburger Ferienkurse - Die ersten Jahrzehnte. Ein Rückblick
anläßlich des Internationalen Sommerkurses vom 30. Juli bis 22. August 1996

                                                  von Norbert Nail *
 

Die Philipps-Universität zählt neben den Universitäten in Jena und Greifswald zu den Pionieruniversitäten in Deutschland, die sich früh der Lehrerweiterbildung verschrieben haben. Die "Marburger Ferienkurse", im Jahre 1896 von dem aus Greifswald nach Marburg berufenen Romanisten Eduard Koschwitz (1851-1904) als Fortbildungskurse für Lehrerinnen (!) und Lehrer der neusprachlichen Schulfächer begründet, sollten bis zum Beginn des l. Weltkrieges Maßstäbe setzen, die am Ort später nicht wieder erreicht wurden. Mit seinen Kursen stand Marburg in den 1890er Jahren u.a. in Konkurrenz zu den Ferienkursen von Paris, Edinburgh und Grenoble.

1897 gab es zunächst Kurse in deutscher und in französischer Sprache über Themen aus beiden Kulturen, denen 1898 eine englische Sparte hinzugefügt wurde; zeitweise wurden später auch Sonderkurse für Italienisch und Spanisch eingerichtet. Die dreigeteilte Aufgabenstellung (Unterricht in deutscher, in englischer und in französischer Sprache) blieb bis 1914 bestehen, wurde nach Wiederaufnahme der Kurse im Jahre 1922 aber nicht fortgeführt.

Mit der englischen Thematik trat ab 1898 der bekannte Anglist, Phonetiker und Reformer des neusprachlichen Unterrichts, Wilhelm Viëtor (1850-1918), ins Rampenlicht der Marburger Ferienkurse. Zwischen ihm und Koschwitz kam es bald zu einem tiefen Zerwürfnis u.a. über methodische Fragen des Sprachunterrichts. Legte Viëtor besonderen Wert auf "Realien" wie Ausbildung der Sprechfertigkeit, Pflege des Schülerbriefwechsels und des Schüleraustauschs, Rezitationen und Aufführungen in der Fremdsprache, so räumte Koschwitz den historisch-philologischen Inhalten des Fremdsprachenunterrichts einen nicht minder wichtigen Platz ein. Koschwitz ließ sich 1901 nach Königsberg versetzen, wo er wenige Jahre später starb. "Marburg trägt die Hauptschuld an seinem frühen Tode", heißt es in einem Nachruf.

Aus anfänglich einem Kurstermin im Juli bzw. im August haben sich ab 1900 bis einschließlich 1913 jeweils zwei Kurse etabliert, ein "Juli-Kursus" und ein "August-Kursus". Für 1914 waren ebenfalls zwei Kurse geplant, der Juli-Kurs wurde auch begonnen, bevor der Ausbruch des Krieges am 1. August den Ferienkursen dann ein abruptes Ende bereitet hat. "Kursist" war in jenem Jahr der Dichter und spätere Nobelpreisträger T. S. Eliot (1888-1965), damals noch amerikanischer Staatsbürger, der sich am 16. August 1914 ( nach Abschluß der deutschen Mobilmachung) über die neutralen Niederlande nach England in Sicherheit brachte. In einem Brief vom 29. April 1964 bekennt Eliot, er habe an Marburg und seine damaligen Gastgeber, die Familie des Superintendenten Theodor Happich (1847-1919), Lutherischer Kirchhof 1, "very pleasant memories" (vgl. alma mater philippina, Sommersemester 1965, S. 8). Weniger Glück hatte 1914 einer der Lehrkräfte der Ferienkurse - der Lektor und Spezialist für Phonetik des Französischen, Monsieur A. Saint-James, wurde in Deutschland interniert.

Die Marburger Kurse erfreuten sich von Anfang an großer Beliebtheit. So zählte man 1897 363 Teilnehmer, darunter 68 ausländische Philologen (u.a. 26 Engländer, 14 Schweden, 7 Franzosen und 5 Russen); 1898 verzeichnete man 350 Teilnehmer, darunter 61 Ausländer (u.a. 20 Schweden, 10 Amerikaner, 8 Engländer und 7 Russen). Im Jahre 1912 waren über 300 Teilnehmer aus 20 Nationen vertreten. Die Attraktivität der Kurse gründete auf mehreren Säulen:
- dem anspruchsvollen und vielseitigen wissenschaftlichen Programm (Vorlesungen und sprachpraktische Übungen in den drei Unterrichtssprachen Deutsch, Englisch und Französisch),
- der Einbeziehung namhafter ausländischer Wissenschaftler als Gastdozenten,
- den Möglichkeiten zur Unterrichtshospitation an Marburger Schulen,
- dem unterhaltsamen Beiprogramm (gesellige Veranstaltungen, Exkursionen ins hessische Umland),
- der landschaftlich reizvollen Stadt Marburg,
- den günstigen Teilnehmergebühren, einschließlich der mäßigen Preise für Unterkunft und Verpflegung in Privatquartieren, Gasthöfen oder Hotels.

Die Organisation der Ferienkurse lag in den Händen eines Komitees, dem hervorragende Vertreter des Staates, der Universität, der Schulen und der Stadt Marburg angehörten. Ein internationaler Beirat aus Professoren und Lehrern beriet zudem die Organisatoren der Ferienkurse. Neben Eduard Koschwitz und Wilhelm Viëtor haben sich in der Frühphase der Marburger Kurse der Philosopie- und Pädagogikprofessor Paul Natorp (1854-1924), einer der Mitbegründer der Marburger Schule des Neukantianismus, sowie der Direktor der Oberrealschule (heute: Martin-Luther-Schule), Dr. Karl Knabe (1856-1923?), um die Ferienkurse verdient gemacht.

Am wissenschaftlichen Programm der Ferienkurse beteiligten sich Marburger Professoren und Dozenten aller Fakultäten, ferner bedeutende Wissenschaftler und Praktiker aus anderen deutschen und ausländischen Hochschulorten. Die schulische Praxis wurde von Schuldirektoren und Gymnasiallehrern behandelt. Zur Hospitation an Marburger Schulen benötigten Ausländer eine besondere Erlaubnis des preußischen Unterrichtsministers; Damen konnten grundsätzlich nur an Mädchenschulen dem Unterricht beiwohnen.

Wissenschaftlich war man in den Marburger Ferienkursen auf der Höhe der Zeit. So spielte in jenen frühen Jahren die noch junge und an den Methoden der Naturwissenschaften ausgerichtete Disziplin der Phonetik, also die Wissenschaft von den Sprachlauten, ihrer Art, Erzeugung und Verwendung in der Kommunikation, eine herausragende Rolle. Viëtor gehörte zu den führenden Fachleuten in der Welt; an Vorträgen und Kursen wirkten zudem mit der Pariser Professor Paul Passy (1859-1940), der Begründer der "L'Association Phonetique Internationale", deren Internationales Phonetisches Alphabet noch heute Hilfe beim Erlernen der Aussprache einer Fremdsprache leistet, sowie Guilio Panconcelli-Calzia (1878-1966), Italienisch-Lektor an der Philippina und danach Phonetik-Professor in Hamburg. Diesen Sprachwissenschaftlern traten Physiker, Mediziner, Theaterpraktiker und Musikpädagogen zur Seite, die über die physikalischen Grundlagen der Phonetik, die Anatomie der Sprechwerkzeuge, über Aussprachestandards und Stimmerziehung referierten. Für Demonstrationszwecke stand das von Viëtor 1893 begründete Phonetische Kabinett zur Verfügung mit den Möglichkeiten zur Schallaufnahme und -wiedergabe gesprochener Sprache. Aussprache- und Vortragsübungen in den drei Hauptunterrichtssprachen vervollständigten das phonetische Programm der Ferienkurse.

Deren inhaltliches Spektrum erfaßte Themen aus den nationalen Literaturgeschichten, behandelte Fragen der Sprachgeschichte, der Unterrichtsmethodik, der Schulsysteme, der pädagogischen Psychologie, der Kunst- und Religionsgeschichte und mündete inVeranstaltungen zur Schulhygiene, zur jüngeren Zeitgeschichte und zu außergewöhnlichen Persönlichkeiten der Wissenschaftsgeschichte. Brandaktuell war im Ferienkurs von 1902 die Behandlung der "neueren und neuesten Vorschriften" zur deutschen Rechtschreibung, die die 1901 auf der Berliner Orthographischen Konferenz vereinbarten "Duden-Regeln" verbindlich machten. Aus (alt) Ferienkurs-Theilnehmern wurden nunmehr Teilnehmer.

Aus dem ersten Jahrzehnt der Marburger Ferienkurse liegt ein kleiner gedruckter Bericht vor: Maria Bosio, Die Marburger Ferienkurse (Eindrücke einer Italienerin). Torino 1907. Zu den Kursen von 1906 heißt es dort u.a.: (zur wissenschaftlichen Seite) "Direktor Walter [aus der Musterschule zu Frankfurt am Main], der wahre Kämpfer für die direkte Methode im neusprachlichen Unterricht, hat uns diese so oft angefochtene, neue Methode erklärt, und gezeigt, wie das Studium einer fremden Sprache ein lebendiges sein muss, und wie man durch die lautliche und anschauliche Methode und den beständigen Gebrauch der fremden Sprache im Unterricht, dem Schüler am besten beibringen kann, richtig und fliessend eine fremde Sprache zu sprechen und zu schreiben." (zu den Teilnehmern) "Sehr sympathisch war eine kleine, schwarze, junge Schulvorsteherin aus Finnland, die uns einmal ein Gedicht auf finnisch vortrug, welches wie ein beständiges Stossen von Eisen und Steinen klang. [...] Ein echter Vertreter Englands [...] war ein kleiner, dicker Herr in mittleren Jahren, welcher absichtlich kein Wort deutsch sprach. [...] Um das Ganze zu vervollständigen, fehlte es auch nicht an Frauenrechtlerinnen, welche in dem Bewusstsein ihrer Rechte und vielleicht ihrer geistigen und körperlichen Kräfte, alle zarte Weiblichkeit zu unterdrücken suchten." (zu Marburg) "Was für mich noch sehr fesselnd gewesen ist, sind die hübschen eigenartigen Bauerntrachten der verschiedenen naheliegenden Dörfer, die man hier in Marburg besonders am Markttag bewundem kann. Die Männer tragen lange, dunkle oder schwarze Kittel, die Frauen kurze, bunte Kleider mit kostbaren Bändern und Stickereien verziert; besonders auffallend ist das kleine Stülpchen, das sie auf dem Haarknoten tragen.”

Unter dem Motto "Deutsche Kultur im Leben der Gegenwart" fand im August 1922 der erste Ferienkurs nach dem Weltkriege statt. Am Ende zählte man 207 Teilnehmer, darunter 150 Reichsdeutsche, 24 Grenz- und Auslandsdeutsche und 33 Ausländer (7 Engländer, 6 Schweden, 5 Schweizer, 4 Holländer, je 3 Amerikaner und Finnen, je 2 Belgier und Italiener sowie l Ungar). Der Ferienkurs hatte große Startschwierigkeiten. So mußte eine Bekanntgabe der Kurse durch eine Anzeige in den führenden europäischen und nordamerikanischen Zeitungen unterbleiben, weil keine Devisen zur Verfügung standen. Die Bekanntgabe in deutschen Zeitungen litt unter dem Streik im Berliner Zeitungsgewerbe. Um das Ausbleiben von Teilnehmern und das damit einhergehende wirtschaftliche Risiko der Veranstalter abzusichern, wurde daher zunächst erwogen, im Sinne einer freien Volksbildungsarbeit die Kurse auch für "Werktätige" und für Angehörige der Reichswehr zu öffnen.

Der erste Nachkriegskurs leitete zugleich eine neue Zielsetzung in der Kursarbeit ein. Es sollten die "durch den Versailler Vertrag aus der unmittelbaren Gemeinschaft mit dem Reiche herausgerissenen Volksteile und alle die, welche dem Anschluß zustreben oder in entfernteren Siedlungsgebieten deutsche Volksart treu bewahrt haben und aufs neue in ihrem Kampfe um deutsche Eigenart schwer bedrängt sind", an die "reichen Quellen der Kultur des Mutterlandes" herangeführt werden. Fremdsprachenkurse - eines der Markenzeichen der Marburger Ferienkurse vor 1914 - wurden nicht mehr angeboten.

Die Kursorganisation übernahm ein. Vorstand, bestehend aus angesehenen Vertretern der Universität, der Schulen, der Stadt und der regionalen Wirtschaft. Geschäftsführer wurde der spätere Professor für Grenzland- und Auslandskunde Dr. Johann Wilhelm Mannhardt (1883-1969); die Geschäftsstelle befand sich im Institut für Grenz- und Auslandsdeutschtum an der Universität, der "Deutschen Burse" am Rotenberg. Mannhardt sollte seine Tätigkeit in den Ferienkursen bis zum Jahr 1935 ausüben, 1936 mußte er wegen Querelen mit der nationalsozialistisch ausgerichteten Marburger Studentenschaft sein Amt aufgeben. Der Ferienkurs wurde in jenem Jahr ausgesetzt.

Querelen ganz anderer Art traten im Ferienkurs 1923 auf: Wegen der Besetzung des Ruhrgebiets waren Franzosen und Belgier explizit von der Kursteilnahme ausgeschlossen. Die außenpolitische Situation wirkte sich nachteilig auf die inhaltliche Gestaltung der Kurse aus. Der "Daseinskampf" der Deutschen nach dem Weltkriege wurde in mehreren Ferienkursen thematisiert, dabei standen reaktionäre Veranstaltungen zur "Rassenkunde" und "Rassenhygiene" ebenso auf dem Programm wie Vorträge zu modernen Themen wie "Expressionismus" oder "Verfassungsgrundlagen von Weimar". Der Zuspruch ausländischer Teilnehmer hielt sich anfänglich in engen Grenzen, obgleich für Ausländer weiterhin eine Reihe sprachpraktischer Veranstaltungen vorgesehen waren. Das wissenschaftliche Klima sollte sich in den Jahren nach 1927 bessern, als jeweils unter Beteiligung namhafter Gelehrter aus dem Deutschen Reich die inhaltliche Verkrampfung überwunden wurde mit Ferienkursthemen wie "Europäische Gegenwart" oder "Von deutscher Sprache und Dichtung". Zu letzterem Thema versammelte sich 1929 die Creme der damaligen Hochschulgermanistik in Marburg (u.a. Oskar Walzel, Leo Weisgerber und Andreas Heusler). 1930 sprach der Dichter Rudolf G. Binding ("Moselfahrt aus Liebeskummer"), 1931 hielten der Pädagoge Theodor Litt und der Philosoph Eduard Spranger Vorlesungen im Marburger Ferienkurs. Mehrtägige Gesellschaftsreisen zum Rhein bzw. zum Main oder nach Thüringen rundeten gegen Ende der Weimarer Republik das Ferienkursprogramm ab. Die Kurse von 1929 mit 220 Teilnehmern und von 1931 mit 190 Teilnehmern (davon 79 Ausländer) waren sehr erfolgreich. Dies ist um so bemerkenswerter, da mittlerweile ein Dutzend Hochschulen im Deutschen Reich Ferienkurse veranstalteten. Einen Rückschlag erlebten die Ferienkurse dann im Jahr 1932, als aus wirtschaftlicher Not und wegen der unsicheren politischen Konstellation nur 78 Teilnehmer, darunter 16 Auslandsdeutsche und 51 Ausländer, im August zum Ferienkurs nach Marburg aufgebrochen waren.

Rückgang der Kaufkraft, Währungsschwankungen und Vorbehalte gegenüber dem Dritten Reich bestimmten 1933 die Teilnahme am Marburger Ferienkurs. Mit 66 Teilnehmern (darunter 22 Auslandsdeutsche und 34 "fremdvölkische" Ausländer) wurde eine Negativmarke erreicht. Das Rahmenthema "Die jüngere Generation in Deutschland in Haltung und Gestaltung von ihr selbst dargestellt" und Vorlesungsthemen wie "Soldatentum und junge Generation" oder "Die jüngere Generation des Dritten Reichs und des faschistischen Italien" waren nur mäßig attraktiv. Dem konnten auch die nach Lernerniveaus ausgerichteten praktischen Kurse zur deutschen Sprache und Literatur speziell für Ausländer nichts entgegensetzen. Interessant war eher die im Anschluß an den Ferienkurs vorgesehene Studienfahrt an den Ober- und Mittelrhein.

Auch der Kurs von 1934 diente mit Themen wie "Adolf Hitler", "Erforschung der Rassenseele" oder "Die Frau im Neuen Deutschland" primär der nationalsozialistischen Propaganda und weniger der wissenschaftlichen Weiterbildung. Die deutsche Lehrerschaft war als Zielgruppe der Ferienkurse ohnehin ausgeblendet, die Kurse galten vornehmlich ausländischen Deutschlehrern und Studenten (einschließlich der volksdeutschen Lehrer).

1935 bildete eine Veranstaltungsreihe "Die deutsche Dichtung in Selbstzeugnissen" den Höhepunkt des Ferienkurses. Aus eigenen Werken lasen u.a. Ludwig Friedrich Barthel, Eberhard Wolfgang Möller und August Winnig - Namen, die heute nur wenigen noch bekannt sind.

1936 fiel der Ferienkurs u.a. wegen der Ablösung von Prof. Mannhardt aus; der Kurs wurde1937 unter der neuen Leitung des Anglisten Prof. Dr. Max Deutschbein (1876-1949) fortgeführt. Die Geschäftsstelle wechselte ebenfalls: zuständig für organisatorische Fragen der Kurse war nunmehr die Akademische Auslandsstelle der Philipps-Universität.

Der "neue Geist" im Ferienkurs äußerte sich u.a. darin, daß das Programmheft des Kurses in Fraktur-Type gesetzt wurde (gegenüber der bislang verwandten und international üblicheren Antiqua-Schrift) und daß der Ferienkurs täglich mit einem Programmteil "Frühsport" eröffnete; auch blieb "Rassenkunde" neben dem üblichen kulturhistorischen Unterrichtsstoff beliebtes Vortragsthema. Exkursionen führten über die "Reichsautobahn", der "Reichsarbeitsdienst" wurde besucht und Gespräche in einer "Nationalpolitischen Erziehungsanstalt" geführt.

Zum Ferienkurs von 1938 heißt es in der Marburger Universitätschronik: "Ueber 75 ausländische und Volksdeutsche Teilnehmer waren aus den verschiedensten Staaten, namentlich aus dem Norden, zusammengekommen. Den Kursen folgte am 31.7.1938 die 'Volksdeutsche Woche', zu der sich außer den Ferienkursteilnehmern Volksgenossen aus Nordschleswig, Estland, Polen, dem Sudeten- und Karpathenland und Siebenbürgen eingefunden hatten." Danach fand im Juli 1939 noch ein Ferienkurs statt, bevor die "für den Sommer 1940 geplanten und vorbereiteten Ferienkurse für Ausländer und Volksdeutsche an der Universität Marburg [...] laut Erlaß des Herrn Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung ausfallen [mußten], da infolge der durch den Krieg bedingten Einschränkungen (Einziehungen usw.) eine ordnungsgemäße Abwicklung nicht möglich gewesen wäre."

Im Herbst1946 fand dann in Marburg der erste Ferienkurs nach dem 2. Weltkriege statt, bei dem die hiesigen Studierenden nach Jahren der Isolation wieder namhafte ausländische Gelehrte hören durften.

* Internet-Fassung eines Beitrags in der “Oberhessischen Presse” vom 30.7.1996.
© Dr. Norbert Nail (2000).